Hecht über Wasserpflanzen am Grund des Jägerweihers in Altrip

Antauchen 2026: Wie ein Hecht unsere Freiwassersaison eröffnete

Er stand einfach da. Reglos im Wasser, lang gestreckt, mit diesem typischen Blick, der irgendwo zwischen gelangweilt und gefährlich liegt. Ein Hecht, und zwar kein kleiner. Für einen Moment schwebte die kleine Tauchgruppe ihm gegenüber, keiner rührte sich, und unter jeder Maske dürfte in diesem Augenblick dasselbe Grinsen gesessen haben. Genau dafür hatten wir den ganzen Winter gewartet.

Aber der Reihe nach.

Ein Winter voller Kacheln

Von Oktober bis April sieht unsere Unterwasserwelt ziemlich gleich aus: blaue Fliesen, schwarze Bahnlinien und 25 Meter bis zur nächsten Wand. Mittwochs im Hallenbad Vogelstang wird trainiert, geschwommen und ausgebildet, und das ist gut so. Doch spätestens wenn draußen die ersten warmen Tage kommen, wird es unruhig im Verein. Die Gespräche am Beckenrand drehen sich dann nur noch um eine Frage: Wann geht es endlich wieder raus?

Die Antwort lautete in diesem Jahr: am 26. April. Unser traditionelles Antauchen ist der offizielle Startschuss in die Freiwassersaison. Ein paar ganz Tapfere hatten sich zwar schon vorher in die Seen der Region gewagt, aber erst jetzt ging es für den Verein gemeinsam los. Mehr als zehn Sharks machten sich auf den Weg zum Jägerweiher in Altrip, um ihn für einen Tag zu unserem Revier zu erklären.

Oben Sommer, unten Frühling

Wer im April taucht, rechnet mit vielem, aber nicht unbedingt mit Sommergefühlen. Umso größer war die Freude, als uns am Ufer strahlender Sonnenschein und echte Wärme empfingen. Auch der See hatte sich an der Oberfläche schon auf 21 Grad aufgewärmt, sodass selbst diejenigen ohne Trockentauchanzug entspannt ins Wasser gingen.

Ganz so sommerlich blieb es allerdings nicht. Wer tiefer abtauchte, spürte schnell, dass der Jägerweiher noch mitten im Frühling steckt: Unten zeigten die Tauchcomputer nur noch 9 Grad. Ein Temperatursprung, der jeden Taucher kurz wach rüttelt und den man beim ersten Seetauchgang des Jahres garantiert nicht vergisst.

Dichte Wasserpflanzen im Jägerweiher in Altrip

Neulinge treffen alte Hasen

Für drei von uns war dieser Tag etwas ganz Besonderes. Nach einem Winter mit Theorie und Übungen im Hallenbad stand für unsere Neulinge einer ihrer ersten Tauchgänge im Freiwasser an. Und ein See ist eben kein Schwimmbecken: kein Boden in Sichtweite, keine Bahnlinie, an der man sich entlanghangeln kann, dafür eine ganz neue Welt.

Deshalb haben wir uns in mehrere kleine Gruppen aufgeteilt und die Neulinge bewusst mit erfahrenen Taucherinnen und Tauchern zusammengewürfelt. So konnten die Frischlinge ihre ersten Eindrücke in Ruhe genießen, während die alten Hasen ein Auge darauf hatten, dass alles entspannt und sicher abläuft. Dann hieß es: Maske auf, Daumen runter, abtauchen.

Zwei Taucher des TSC Shark Mannheim beim Antauchen im Jägerweiher

Wo war nochmal der Einstieg?

Im Hallenbad weiß man immer, wo man ist. Im See sieht das schnell anders aus, und so wurde für einige die Orientierung unter Wasser zur ersten kleinen Aufgabe des Tages. Wo geht es zurück zum Ufer? Wie weit sind wir schon geschwommen? Und in welche Richtung zeigt eigentlich der Kompass?

Gut, dass niemand dabei auf sich allein gestellt war. Die Erfahrenen in den Gruppen konnten genau das anwenden, was sie im Jahr zuvor in unserem Sonderkurs Orientierung und Gruppenführung gelernt hatten, den wir regelmäßig alle ein bis zwei Jahre anbieten. Mit ruhiger Hand am Kompass und ein paar Tipps zwischendurch fanden am Ende alle Gruppen sicher zurück, und die Neulinge hatten nebenbei eine Menge gelernt.

Lampenlicht fällt auf versunkenes Holz am Grund des Jägerweihers

Auge in Auge mit dem Hecht

Rund 30 bis 40 Minuten waren die Gruppen unter Wasser unterwegs, bis zu einer Tiefe von etwa achteinhalb Metern. Der Jägerweiher hatte dabei einiges zu bieten: Kleinere Fische zogen immer wieder an uns vorbei, doch der eigentliche Star des Tages ließ sich erst nach und nach blicken. Ihr kennt ihn schon aus dem ersten Absatz. Der Hecht, der plötzlich vor uns stand, war mit Abstand das Highlight des Tauchgangs, und wer ihn gesehen hat, sprach noch Stunden später davon.

Hecht schwimmt im grünlichen Freiwasser über dem bewachsenen Grund des Jägerweihers

Die Belohnung: Logbuch, Essen und Geschichten

Nach dem Tauchen ging es gemeinsam in die Waldmühle nach Neuhofen. Hier wurde der Tag so abgeschlossen, wie es sich gehört: mit gutem Essen, ausgefüllten Logbüchern und jeder Menge Geschichten. Wer hat was gesehen? Wie war der erste Freiwassertauchgang? Und vor allem: Wie groß war der Hecht denn nun wirklich? Mit jeder Erzählung wurde er übrigens ein kleines bisschen länger.

Genau diese Stunden nach dem Tauchgang machen für uns einen großen Teil des Vereinslebens aus. Hier wird aus einer Gruppe von Tauchern eine echte Gemeinschaft, und so war das Antauchen 2026 genau das, was es sein sollte: ein gelungener Startschuss mit bester Laune, starkem Zusammenhalt und großer Lust auf die kommenden Monate.

Drei Taucher des TSC Shark Mannheim machen beim Antauchen 2026 ein Gruppenfoto unter Wasser

Und nächstes Jahr bist du dabei?

Vielleicht stehst du beim nächsten Antauchen mit uns am Ufer. Wenn du schon einen Tauchschein hast und Leute suchst, mit denen du regelmäßig in der Region tauchen kannst, bist du bei uns genau richtig. Und wenn du erst noch tauchen lernen willst, startet unsere Tauchausbildung nach VDST/CMAS jedes Jahr im Oktober, damit du im Frühjahr bereit für deine ersten Seetauchgänge bist. Keine Sorge, dabei bist du nie allein unterwegs, sondern immer gemeinsam mit erfahrenen Vereinsmitgliedern.

Dreimal kannst du kostenlos mittrainieren, bevor du dich entscheidest. Melde dich einfach über unser Kontaktformular, viele Fragen beantworten wir auch schon in unseren FAQ.

Wir sehen uns unter Wasser!

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